Autismus-Spektrum-Störung
Was macht A-S-S aus?
Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) beschreiben unterschiedliche Ausprägungen in der Wahrnehmung, Kommunikation und sozialen Interaktion. Viele Autist*innen bringen besondere Stärken und Fähigkeiten mit.
Was ist Autismus?
Autismus ist keine Krankheit, die „geheilt“ werden muss, sondern eine lebenslange neurologische Besonderheit. Menschen mit Autismus erleben die Welt anders: Sinnesreize können intensiver oder weniger intensiv wahrgenommen werden, und soziale Signale werden oft
anders verarbeitet.
Das Spektrum ist sehr breit: Einige Menschen brauchen lebenslang Unterstützung im Alltag, andere leben selbstständig und arbeiten in
anspruchsvollen Berufen. Früherkennung und passende Unterstützung können den Lebensweg erheblich erleichtern.
Häufige Merkmale
- Unterschiede in der sozialen Kommunikation und Interaktion
- Besonders ausgeprägte oder verminderte sensorische Wahrnehmung
- Schwierigkeiten mit ungeschriebenen sozialen Regeln
- Direkte und sehr ehrliche Kommunikation
- Wiederholende Verhaltensweisen oder feste Routinen
- Starke, vertiefte Interessen an bestimmten Themen
- Präferenz für Vorhersehbarkeit und Struktur
- Hohe Detailgenauigkeit und systematisches Denken
Kommunikation
- Klar und direkt sprechen.
- Keine Andeutungen oder Ironie, wenn sie missverstanden werden könnten.
- Kurze, verständliche Sätze verwenden.
- Genügend Zeit zum Antworten geben.
- Nicht unterbrechen oder drängen.
- Nonverbale Signale nicht automatisch als Desinteresse deuten.
- Reize reduzieren, wenn die Person überfordert wirkt.
- Individuelle Kommunikationsbedürfnisse respektieren.
Erste Hilfe als Angehöriger
Ruhe bewahren und selbst ruhig sprechen.
Reize reduzieren – Licht, Geräusche und Menschen möglichst verringern.
Abstand und Rückzug ermöglichen, nicht bedrängen.
Kurz und klar kommunizieren, möglichst wenig Fragen stellen.
Keine Diskussion oder Vorwürfe während der Krise.
Vertraute Gegenstände oder Routinen anbieten, wenn sie helfen.
Auf Sicherheit achten und gefährliche Situationen vermeiden.
Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung: 112 rufen.
Selbsthilfe bei Autismus-Krise
Reize reduzieren – ruhigen, abgedunkelten Ort aufsuchen.
Abstand nehmen und Rückzug erlauben.
Langsam und ruhig atmen.
Kopfhörer oder Sonnenbrille nutzen, wenn sie helfen.
Vertraute Routinen oder Gegenstände nutzen.
Wenig sprechen und keine schwierigen Entscheidungen treffen.
Körperliche Bedürfnisse prüfen: Wasser, Essen, Ruhe.
Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung: 112.
Diagnostik und Unterstützungsmöglichkeiten
Hier aufgefügt sind nur Optionen und möglichkeiten verschiedener Therapieformen und kein direktes Behandlungsangebot durch uns!
Soziale Trainings
- Soziales Training vermittelt Strategien für den Umgang mit
anderen Menschen. - Es hilft, soziale Situationen besser zu verstehen.
- Geübt werden z. B. Gespräche, Blickkontakt und Körpersprache.
- Auch Grenzen setzen und Bedürfnisse äußern werden trainiert.
- Rollenspiele können helfen, Alltagssituationen praktisch zu üben.
- Das Training sollte individuell an die Person angepasst werden.
- Ziel ist mehr Sicherheit und Selbstständigkeit im sozialen Alltag.
- Wichtig ist, Autismus nicht „wegtrainieren“ zu wollen, sondern
hilfreiche Fähigkeiten zu fördern.
Arbeits- und Lerntraining
- Es hilft, Arbeits- und Lernaufgaben besser zu strukturieren.
- Aufgaben werden in kleine, überschaubare Schritte aufgeteilt.
- Klare Anweisungen und feste Abläufe können Sicherheit geben.
- Zeitpläne und Checklisten unterstützen die Selbstständigkeit.
- Pausen helfen, Überforderung und Reizüberflutung zu vermeiden.
- Die Lernumgebung sollte möglichst ruhig und reizarm sein.
- Individuelle Stärken und Interessen werden berücksichtigt.
- Ziel ist es, Selbstständigkeit und Sicherheit im Arbeits- und Lernalltag zu fördern.
Sensorische Unterstützung
- Sie hilft, Reize besser wahrzunehmen und zu verarbeiten.
- Eine reizärmere Umgebung kann Überforderung verhindern.
- Geräusche, Licht, Gerüche und Berührungen sollten individuell angepasst werden.
- Kopfhörer, Sonnenbrille oder Rückzugsmöglichkeiten können hilfreich sein.
- Regelmäßige Pausen und Erholungszeiten sind wichtig.
- Vertraute Gegenstände können Sicherheit und Ruhe geben.
- Die individuellen sensorischen Bedürfnisse sollten respektiert werden.
- Ziel ist es, Stress zu reduzieren und das Wohlbefinden zu fördern.
Angehörige und Selbsthilfe
- Angehörige & Selbsthilfe bei Autismus – 8 wichtige Sätze
- Angehörige sollten Verständnis und Geduld zeigen.
- Die individuellen Bedürfnisse und Grenzen der Person respektieren.
- Eine klare und ruhige Kommunikation erleichtert den Alltag.
- Bei Überforderung Ruhe und Rückzug ermöglichen.
- Gemeinsam können Strategien für Krisensituationen entwickelt werden.
- Die betroffene Person sollte möglichst selbstständig
Entscheidungen treffen können. - Auch Angehörige sollten auf ihre eigenen Grenzen und Bedürfnisse achten.
- Bei starken Belastungen kann professionelle Unterstützung
hilfreich sein.