ADHS

Was macht Menschen mit ADHS aus?

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) betrifft nicht nur Kinder. Auch Erwachsene können unter Unaufmerksamkeit, Impulsivität und innerer Unruhe leiden – oft ohne es zu wissen. 

Was ist ADHS?

ADHS ist eine neurobiologisch bedingte Störung der Selbstregulation. Sie äußert sich in einer Kombination aus Aufmerksamkeitsproblemen, Hyperaktivität und Impulsivität. Nicht jeder Betroffene zeigt alle drei Bereiche gleich stark.

Besonders bei Erwachsenen treten Symptome oft subtiler auf: Vergesslichkeit, Prokrastination, Schwierigkeiten bei der Organisation und emotionale Überreaktionen. Eine frühe Diagnose hilft, Ressourcen zu entfalten und Probleme im Alltag zu reduzieren.

Aufmerksamkeit

  • leicht ablenkbar und vergesslich
  • Schwierigkeiten, Aufgaben zu Ende zu bringen
  • Vermeidung von langweiligen oder komplexen Tätigkeiten
  • Häufiges Verlieren von Gegenständen
  • Gedankenabschweifen auch in Gesprächen

Hyperaktivität & Impulsivität

  • Innere Unruhe, Schwierigkeiten beim Sitzenbleiben
  • Übermäßiges Reden oder Unterbrechen
  • Handeln, bevor man nachdenkt
  • Schwierigkeiten, zu warten oder die Reihe zu nehmen
  • Emotionale Auf- und Abgeschossenheit

Häufige Symptome

  • Unaufmerksamkeit und leichte Ablenkbarkeit
  • Vergesslichkeit und Schwierigkeiten mit Organisation
  • Impulsives Verhalten und vorschnelle Entscheidungen
  • Innere oder äußere Unruhe
  • Schwierigkeiten, längere Zeit bei einer Aufgabe zu bleiben
  • Aufschieben und Probleme, Aufgaben zu beginnen oder zu beenden
  • Stimmungsschwankungen und schnelle emotionale Reaktionen
  • Schwierigkeiten mit Zeitmanagement und Prioritäten

Kommunikation

  • Kurz und klar sprechen.
  • Eine Information nach der anderen geben.
  • Blickkontakt nicht erzwingen, aber Aufmerksamkeit sicherstellen.
  • Wichtige Informationen schriftlich festhalten.
  • Konkrete statt allgemeine Aussagen verwenden.
  • Genügend Zeit zum Antworten geben.
  • Ruhig und wertschätzend kommunizieren.
  • Bei Missverständnissen nachfragen und zusammenfassen.

Erste Hilfe als Angehöriger

  • Ruhe bewahren und selbst ruhig sprechen.
  • Reize und Ablenkungen reduzieren.
  • Kurze und klare Anweisungen geben.
  • Nicht vorwerfen oder kritisieren.
  • Eine ruhige Umgebung und Pause ermöglichen.
  • Bei der Strukturierung der nächsten Schritte helfen.
  • Zuhören und Verständnis zeigen.
  • Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung: 112.

Selbsthilfe bei ADHS-Krise

  • Kurz stoppen und tief durchatmen.
  • Reize und Ablenkungen reduzieren.
  • Die Situation in kleine, machbare Schritte aufteilen.
  • Kurze Bewegungspause machen.
  • Eine ruhige, vertraute Umgebung aufsuchen.
  • Wasser trinken und etwas essen, wenn nötig.
  • Eine Vertrauensperson kontaktieren, wenn man allein nicht weiterkommt.
  • Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung: 112.

Behandlungs-, Therapie- und Unterstützungsmöglichkeiten

Hier aufgefügt sind nur Optionen und möglichkeiten verschiedener Therapieformen und kein direktes Behandlungsangebot durch uns!

Psychotherapie

  • Verhaltenstherapie ist eine wichtige psychotherapeutische Behandlung bei ADHS.
  • Sie vermittelt Strategien gegen Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Desorganisation.
  • Zeitmanagement und Strukturierung werden gezielt trainiert.
  • Der Umgang mit Stress und starken Emotionen wird verbessert.
  • Problemlösungsstrategien für Alltag, Schule oder Beruf werden eingeübt.
  • Selbstwert und Selbstvertrauen können gestärkt werden.
  • Auch Angehörige können in die Behandlung einbezogen werden.
  • Psychotherapie kann allein oder ergänzend zu Medikamenten eingesetzt werden.

Medikamentöse Unterstützung

  • Stimulanzien wie Methylphenidat gehören zu den häufig eingesetzten Medikamenten.
  • Nicht-Stimulanzien wie Atomoxetin sind eine weitere Behandlungsmöglichkeit.
  • Die Medikamentenauswahl erfolgt individuell durch den Arzt.
  • Die Dosierung wird meist langsam angepasst, bis eine gute Wirkung erreicht wird.
  • Medikamente können Aufmerksamkeit und Impulskontrolle verbessern.
  • Mögliche Nebenwirkungen wie Appetitminderung oder Schlafprobleme sollten beobachtet werden.
  • Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind wichtig.
  • Medikamente können durch Psychotherapie, Verhaltenstraining und andere Maßnahmen ergänzt werden.

Weitere Unterstützungsmöglichkeiten

  • ADHS-Coaching zur Organisation und Alltagsstruktur.
  • Ergotherapie zur Förderung von Alltag und Selbstständigkeit.
  • Selbsthilfegruppen für Austausch und Unterstützung.
  • Psychoedukation, um ADHS besser zu verstehen.
  • Sport und regelmäßige Bewegung zur Unterstützung von Konzentration und Wohlbefinden.
  • Lern- und Arbeitshilfen, z. B. Checklisten, Timer und Kalender.
  • Unterstützung durch Angehörige im Alltag und bei der Strukturierung.
  • Bei Bedarf schulische oder berufliche Unterstützung und Anpassungen.

Umfeld miteinbeziehen

  • Angehörige informieren und Verständnis für ADHS fördern.
  • Klare Absprachen im Alltag treffen.
  • Aufgaben gemeinsam strukturieren.
  • Erinnerungen und feste Routinen unterstützen.
  • Schule oder Arbeitsplatz bei Bedarf einbeziehen.
  • Stärken und Erfolge hervorheben.
  • Konflikte ruhig und lösungsorientiert besprechen.
  • Die Selbstständigkeit und Privatsphäre der betroffenen Person respektieren.
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